Südostasien

Nicht ganz drei Jahre nach unserer „Transamericatour“ hatten wir wieder eine eher schon etwas extravagante Idee! Eine Reise, welche genau das Gegenteil von Amerika darstellt. Nämlich eine Biketour durch Thailand, Myanmar (Burma) und Laos!

Nach der USA, wo wir uns 3 Wochen die Ärsche auf unseren Choppern entlang den Highways plattgesessen haben wollte wir nunmehr die pizzarre Dschungellandschaft in Südostasien mit Enduros erforschen.
Südostasien
Diesmal waren aber nur 4 PG-Rider von dieser Idee zu begeistern. Irgendwie sogar verständlich. Einen eingefleischten Chopper-Fahrer (sind wir fas alle), von einem „40-Grad-im-Schatten-Tripp“ auf irgendwelchen asiatischen Dschungel-Fußpfaden mit einer 225 Yamaha zu überzeugen, ist eben nicht ganz einfach. Trotzdem flogen wir zu viert nach Bangkok! Zuvor haben wir das Internet „vergewaltigt“ um Adressen in Thailand zu suchen. Die offiziellen Angebote für derartige Unternehmungen starten beim ATS 35.000,--. Darum nahmen wir alles selbst in die Hand. Von Bangkok ging es mit dem Zug weiter nach Norden Thailands. Die 12stündige Zugfahrt (um ATS 250,-- incl. 3 Mahlzeiten) war schon ein erstes Erlebnis in den man die vielfältigen Eindrücke der Landschaft, bei gemütlichen 70 kmh, serviert bekommt. In Chiang Mai ist aber bereits Endstation und wir mussten mit einem etwas älteren Bus einige Stunden nach Chiang Rai fahren. Dort waren die ersten Kontakte geplant. Und es hat alles perfekt geklappt. Fünf Minuten nach dem ersten Telefonat trafen wir auf Martin, einen Schweizer Landsmann, der bereits seit 15 Jahren in Thailand lebt. Nachdem er aber keine Zeit für unseren Trip hatte, vermittelte er uns erst die Motorräder und dann zu seinem Freund, der uns durch den Dschungel begleitet sollte. Und so lernten wir am nächsten Tag „King-Cobra-Joe“ kennen. Ein ehemaliger US-Soldat, der in Mai Sai ein Hotel betreibt und nebenbei Dschungeltrips macht.
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Wie sich herausstellte war Joe der ideale Mann für unser Vorhaben, genau nach unseren Vorstellungen. Die Gemütlichkeit in Person, mit perfekten Kenntnissen von Land und Leute.

Nach einer (bisschen feuchten) Nacht in Joe´s Hotel ging es endlich los. Den Rucksack auf die 225iger Enduros gespannt und in voller Montur. Wegen der extremen Sonne sind lange Hosen und langärmlige Hemden unerlässlich. Und dann war da noch –man glaubt es kaum- die Schibrille (mit verklebten Luftlöchern), sowie Mund- und Kopftuch, denn soviel Staub, noch dazu in allen Farben, haben wir noch nirgendwo gesehen. Nach 15 Minuten Asphalt begann dann der einwöchige, absolute Supertrip! Joe setzte auf unsere Motorraderfahrung und besorgte uns das volle „Enduro-Programm“. Fußwege, Dschungelpfade, Reisterrassen, Bachbett, Steilhänge rauf oder runter, Sumpf, Bambusfelder – kurz alles was das Herz höher schlagen lässt. Dazu gesellten sich noch die Hitze und der Staub, morgens, mittags, abends immer Hitze und Staub...
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Die von uns zuvor belächelten 225er waren nach dem x-ten mal Aufheben schwer genug und wir wussten jetzt warum es weit und breit keine schwereren Motorräder gibt. In 8 Stunden ganze 27 Kilometer – jeder Biker weiß Bescheid! Natürlich war das nicht jeden Tag gleich. Es war auch genug Zeit für Sightseeing. Wir besuchten das berühmte „Goldene Dreieck“ und waren bei einigen Bergvölker Nordthailands (Lahu, Akha, Palong. Lisu usw.). Wir wohnten in den Dschungeldörfern, meistens in der Stroh- oder Bambushütte der jeweiligen Bürgermeister. Diese überaus freundlichen Menschen zeigten uns ihre Dörfer und ließen uns an ihrem gesellschaftlichen Dorfleben teilhaben. Es wurde überall speziell für uns gekocht. Diese Mahlzeiten waren nicht nur sehr schmackhaft, sondern auch hoch interessant, obwohl wir uns die Nachfrage bei der Köchin meistens erspart haben.

Auf unseren Trip stießen wir auch auf ein Dschungellager von meditierenden Buddha-Mönchen, die uns dann ihr Lager zeigten und ihre Reitkunst vorführten. Bei einer Irrfahrt kamen wir zu einer Grenzstation von Thai-Soldaten an der Grenze zu Burma. Nach längerer Diskussion konnten wir den Offizier von unserer Harmlosigkeit überzeugen und er führte uns durch Schützengräben zu den verschiedenen Hütten und zeigte uns die Station. Nachdem wir erfahren haben, dass wir in Laos nicht einreisen dürfen, versuchten wir nach Burma zu gelangen. Wir hatten zu Hause kein Visa für Burma beantragt, da wir der Meinung waren, dass dies auch an der Grenze möglich ist. Das war natürlich nicht so und Joe ist dann mit unseren Pässen losgezogen um mit den Soldaten zu verhandeln. Joe schafft alles. Wir haben dann jeder ein „kleine Trinkgeld“ von 50 US $ hingeblättert und die Visa waren in den Pässen.

Im Anschluss an unseren Aufenthalt in Norden sind wir wieder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zirka 2000 km nach Süden gereist um auf einer der vielen, kleinen unbekannten Inseln zu relaxen, bevor wir wieder nach Hause flogen.
Südostasien
Auf den Punkt gebracht war diese Reise zwar eine ganz andere wie die USA-Durchquerung aber auch, wie 3 Jahre zuvor, ein voller Erfolg. Trotz vieler Vorurteile ist Thailand und Burma ein traumhaftes und interessantes Reiseziel, mit paradiesischen Gegenden ob Strand, Bergwelt oder Dschungel.

Außerhalb der Ballungszentren kann man sich dem dort leider allgegenwärtigen Sextourismus leicht entziehen und man trifft aufgeschlossenen, außergewöhnlich freundliche Menschen.

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